Zurück von den Schmetterlingen suchen wir uns in Mindo ein ruhiges Plätzchen, an dem wir als verwöhnte Kinder der Zivilisation einen gepflegten Kaffee genießen und die Seele baumeln lassen können. Im erstbesten Café, an dem wir vorbeifahren, werden wir fündig. Die Betreiber sind offenbar Schweizer, wie man unschwer an der eidgenössischen Fahne am Eingang erkennen kann, und ich hege daher die Hoffnung, dass man einen guten Kaffee serviert. Ich werde nicht enttäuscht, denn der Kaffee ist wirklich gut. Später gehe ich zum Tresen und bestelle noch eine zweite Tasse. Ich spreche die Besitzerin auf Deutsch an und sie antwortet mit unverkennbar Schweizer Akzent.
Ich frage mich, warum es so viele Schweizer nach Ecuador zieht. Vielleicht sind es die Berge, denn die Hoffnung auf ein wohlgeordnetes Leben, das mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks abrollt, kann es wohl kaum sein. Aber man begehrt ja bekanntlich immer gerade das, was man nicht hat, und vielleicht ist es die tägliche Dosis Chaos, an der man Gefallen gefunden hat und von der man nun nicht mehr lassen kann.