Am Strand

Dieser Artikel ist Teil einer Serie von Posts, die auf einen einzelnen Blogpost unter dem Titel „Eine wahre amerikanische Odyssee“ zurückgehen. Siehe auch die Einleitung zu dieser Serie!

Der Strand ist wunderschön. Die See ist ruhig, denn Long Island, das im Dunst hinter dem Horizont liegt, schirmt diesen Teil der Küste wie eine Mole von den Brechern des atlantischen Ozeans ab. Die Wellen plätschern harmlos an den Strand wie an das Ufer eines stillen Sees. Trotz des phantastischen Wetters ist die Küste nicht sonderlich überlaufen. Segelboote ziehen gemächlich über den ruhigen Spiegel der See und Menschen mit Paddeln versuchen auf Surfbrettern Kurs zu halten. Sonnenanbeter räkeln sich im Sand wie die Meeressäuger auf den Robbenbänken vor Neufundland. Alles lässt sich von den wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen. Eine Meile vor der Küste treibt der dicht bewaldete Diskus von Charles Island gleich einer Segelqualle auf dem Wasser.

Ein Teil des Strandes ist privat und wie an einer internationalen Grenze erinnern Warnschilder daran, die unsichtbare Linie nicht zu überschreiten – No trespassing! Ganze Strandabschnitte sind ausschließlich für die Gäste reserviert, die in den teuren Immobilien Quartier genommen haben. Wahrscheinlich hat man für die paar Tage Sonne und Meer ein Vermögen bezahlt und deshalb möchte man nun auch Vorzugsrechte genießen (Amerikanern stehen in der Regel ohnehin nur zwölf Regelurlaubstage zu. Man arbeitete gern und viel). Aber eigentlich sieht es jenseits der Grenze gar nicht anders aus als am öffentlichen Strand. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Privatstrände viel dichter bevölkert sind. Ich bevorzuge den leeren Strand.