Das Ende der Geschichte

Jede Reise verdient ein Ende und einer Geschichte, die einen Anfang hat, gebührt auch ein ordentlicher Schluss. Ein Jahr ist eine lange Zeit, aber auch ein Jahr vergeht – mal langsamer, mal schneller, doch stets mit einer Unerbittlichkeit, die weder nach Hoffnungen fragt, noch den Träumen vom Glück Aufschub gewährt. Irgendwann ist es vorbei: Das ist die trivialste Erkenntnis des Lebens. Einzig die Geschwindigkeit verwundert, mit der die Zeit verrinnt. Man erwartet die Unendlichkeit und bekommt ein paar Augenblicke. Selbst ein ganzes Jahr schrumpft in der Erinnerung auf wenige bewegende Momente und ein paar Anekdoten zusammen.

Die Zeit ist schnell vergangen, aber meine Gedanken hinken hinterher. Das Leben in Berlin hat mich wieder eingefangen und Ecuador ist entrückt in eine fast mythische Ferne. Mit zunehmendem zeitlichen Abstand fällt es mir immer schwerer, die Erinnerungen festzuhalten. Meine Lebenskreise beginnen sich von Neuem zu schließen und die tropischen Strände und die Berge unter dem blauen, blauen Himmel verblassen allmählich im Dunst des Vergessens. Doch ich möchte die Erinnerung nicht eher ins Dunkel treten lassen, als der Bericht von unserem Abenteuer seinen Abschluss gefunden hat. Ich war bemüht, alles festzuhalten, was wir in dieser Zeit erlebt haben. Doch jetzt ist die Reise beendet und unsere Geschichte braucht einen Schluss: Dies ist der letzte Artikel, der auf Odyssea americana erscheinen wird (kleinere Updates wird es aber auch in Zukunft geben).

Ich hätte noch von unserem Urlaub in Florida berichten können: Nach der Anspannung des letzten Jahres verlangte es uns verständlicherweise erst einmal nach Ruhe und Erholung und was könnte erholsamer sein, als ein Abstecher ins tropische Urlaubsparadies Florida! Ich hätte berichten können von unserem Ausflug auf die Keys und unserem Streifzug durch das Hemingway-Anwesen, unserem Besuch im Kennedy-Space-Center in Cape Canaveral, von unseren Touren durch Palm Beach und in die tropische Metropole Miami. Doch eigentlich gehört dieser Urlaub nicht mehr zu unserer Odyssee, denn der Rückflug nach Berlin war längst gebucht und unter dem heiteren Himmel von La Florida schmolzen die ecuadorianischen Sorgen dahin wie Andenschnee in der Tropensonne.

Rückkehr nach Hause

Jetzt, da wir uns wieder in unserem Berliner Heim eingerichtet haben und unser Leben in den gewohnten Bahnen verläuft, fühlt es sich an, als hätten wir bloß einen langen und oft turbulenten Urlaub in einem warmen exotischen Land verbracht. Der romantische Wunsch, eine zweite Heimat zu finden, hat sich nicht erfüllt, und das abenteuerliche Gefühl, einen Absprung zu wagen, ohne zu wissen, wo man landen wird, ist mittlerweile verflogen wie ein Traum, den man vergisst, sobald man erwacht. Vergleichbar ist dieses Gefühl nur mit einer neu gefundenen Liebe und mit der Sorge darum, ob sie Bestand haben wird. Die Gewissheit ihres Scheitern mag die Trauer darüber nicht lindern, aber sie verschlimmert sie auch nicht.

Ich kann meine Tage nun viel besser planen, denn das Leben ist vorhersehbarer geworden, aber auch ein wenig langweiliger ohne die überraschenden Wechselfälle des Alltags. Ich gestehe, nicht selten trieb uns dieses Land an den Rand der Verzweiflung (und gleichermaßen an den Rand des Wahnsinns, was das betrifft). Nachdem wir uns ein Jahr lang frei wie die Fische durch einen Ozean der Hoffnungen und Träume treiben ließen, haben uns nun die Netze der Gewohnheit eingefangen. Doch es fühlt sich gar nicht so schlecht an, wieder daheim zu sein. Ich habe fast den Eindruck, nach langer beschwerlicher Wanderung hätte ich endlich das bequeme Lager gefunden, nach dem ich mich die ganze Zeit sehnte.

Es ist nicht verwunderlich, dass wir jetzt wieder das Leben führen, von dem wir uns eine Auszeit zu nehmen hofften, denn wir sind ja auch wieder dort, wo unsere Reise begann: Zuhause. Diese Erkenntnis ist überraschend und vertraut zugleich. Ich empfinde es nicht als ein Scheitern, wieder dort anzukommen, von wo man einst aufgebrochen ist, denn schließlich muss jede Reise irgendwann einmal enden und welcher Ort wäre dafür geeigneter als das eigene Heim?

Ein Platz in der Welt

Mit dem gebührenden zeitlichen Abstand ließe sich fragen, ob sich die Zeit in Ecuador gelohnt hat. Wir hatten für länger geplant, aber das Leben schreibt bekanntlich seine eigenen Pläne oder wie John Lennon es ausdrückte: Leben ist das, was passiert, während du noch immer damit beschäftigt bist, Pläne zu machen. Aus mindestens zwei Jahren (mit Verlängerungsoption – als ob es im Leben eine Verlängerungsoption gäbe) wurde ein einziges kurzes Jahr. Und hat sich dieses eine Jahr gelohnt? Man muss anders fragen: Hätten wir die Chance, ein Jahr in Ecuador zu leben, lieber ausschlagen sollen? Ich denke: Nein. Bis zu unserem Lebensende hätte uns die Frage umgetrieben, ob diese Entscheidung richtig war. Heute wissen wir es.

Menschen müssen die Welt entdecken – nicht, damit sie anderswo finden, was sie dort zu finden hoffen, sondern damit sie sich selbst kennenlernen, damit sie erfahren, wer sie sind und wo in der Welt ihr Platz ist. Was habe ich herausgefunden? Ich habe entdeckt, wie wenig es bedarf, ein Leben in Unordnung zu bringen. Glück ist eine äußerst zerbrechliche Sache – es braucht nicht viel dazu, aber auch nicht weniger. Ich habe entdeckt, dass jeder Mensch einen Ort braucht, an dem er sich zuhause fühlt, aber ich habe erlebt, wie schwer es ist, diesen Ort zu finden. Manchmal reichen menschliche Anstrengungen nicht aus. Mir scheint, zuweilen ist es das Glück, das über ein Schicksal entscheidet.

Der Preis, den man zahlt

Ein Heim braucht Ruhe, Geborgenheit und auch Routine, etwas, das wir in einem Jahr Ecuador nie hatten. Auch deshalb erscheint mir diese Zeit als ein einziges turbulentes Abenteuer. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass man solche Herausforderungen nur bestehen kann, wenn man Schutz und Geborgenheit bei den Menschen findet, die man liebt. Gerade dann braucht man die Sicherheit der Familie, wenn sich die Welt da draußen verschworen hat – gegen die eigenen Träume und gegen alle Hoffnungen. Man kann an sich selbst zweifeln, aber niemals an denen, die man liebt.

Das eine Jahr in Ecuador war für uns eine Prüfung. Es war eine Probe darauf, wie viel Wirklichkeit unsere Träume aushalten und ob unsere Familie daran zerbrechen würde. Wir haben diese Probe bestanden, doch es war ein bitterer Sieg, denn der Triumph hat uns Opfer abverlangt, die beinahe unsere Kräfte überstiegen hätten. Aber ist es nicht immer so, dass man für alles, was man im Leben bekommt, am Ende auch etwas geben muss? Es war ein großartiges Jahr – ohne den geringsten Zweifel und ohne Abstriche –, doch unsere Pläne haben sich nicht verwirklicht. Das ist unser Opfer. All die Enttäuschungen und Niederlagen haben uns ihre Haken ins Herz gebohrt, doch ich glaube, ich würde verbluten, wenn ich versuchte, sie mir herauszureißen.

Zu neuen Abenteuern?

Es bleibt die Frage, ob wir ein Abenteuer wie dieses noch einmal auf uns nehmen würden. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es mir nichts ausmacht, immer unterwegs zu sein, mich nirgends heimisch zu fühlen, jeden Ort als Durchgangsstation zu betrachten, jede Wohnung als Provisorium. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob ich jetzt schon wieder ein solches Wagnis eingehen könnte. Erst allmählich beginnen die Wunden zu verheilen, aber sie sind noch frisch genug, um zu schmerzen, wenn man an ihnen rührt.

Ich brauche Zeit, wir brauchen Zeit. Da trifft es sich gut, dass ich fürs Erste von dem Wahnsinn namens Fernweh geheilt bin. Aber wie man weiß, kehrt die Krankheit in Schüben zurück und niemand, der einmal von ihr befallen war, kann sich im Leben je wieder sicher wähnen, nicht von neuem heimgesucht zu werden. Ich lasse die Zukunft entscheiden, denn Pläne zu schmieden lohnt nicht …

Zum Meer

Ich muss oft an Bahía denken. Bahía de Caráquez, die Stadt am Pazifik, ist der einzige Ort, an dem ich mich zuhause fühle. Ich mag die Küste, die so ganz anders ist als die Berge. Der Ozean gibt dem Blick Weite und den Gedanken Raum und die Menschen an der Costa sind so viel offener und fröhlicher als die Leute in den Bergen. Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit am Meer verbringen können, doch der Alltag rief uns ein ums andere Mal gebieterisch zurück nach Cumbayá.

Manchmal träume ich vom Meer: Vor mir liegt das weite graue Band des Pazifiks. Das Sonnenlicht glitzert auf den Wellen wie Diamantstaub. Rechter Hand, jenseits der braunen Wasser des Río Chone, die unermüdlich aus der Bucht treiben, liegt San Vicente. Weiter nach Norden verschwimmt die Küste im Dunst. Die sandfarbenen Klippen bei Canoa sehen aus wie die Tatze eines Löwen. Man gewahrt sie nur undeutlich durch den salzigen Atem des Meeres. Sie erscheinen wie ein Bollwerk gegen den Ozean. Linker Hand bohrt sich ein felsiges Kap ins Meer. Die Flut treibt mannshohe Wellenkämme Bataillon um Bataillon gegen die Küste. Die Menschen haben eine Mauer errichtet, die sie vor dem Zorn des Meeres schützen soll, aber es ist nicht schwer zu erraten, wie der Kampf ausgehen wird. Von seinem Himmelsthron sieht Sol dem Schauspiel in stiller Erhabenheit zu.

Wir werden nach Bahía zurückkehren. Da bin ich mir ganz sicher. Das ist keine Prophezeiung, für die man über hellseherische Fähigkeiten verfügen müsste, denn schließlich lebt dort die Familie meiner Frau und darüber hinaus ist Bahía ein Ort, an den man gern zurückkehrt. Das lässt sich beileibe nicht von allen Städten im Lande behaupten. Ich mag Bahía und die Menschen, die dort leben. Und ich liebe das Meer. In Berlin vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht nach dem Pazifik sehne.

Jetzt, da ich eine Cedula de identidad besitze, kann ich mich so lange im Land aufhalten, wie es mir beliebt. Wenn schon alle Pläne scheiterten, ist dies vielleicht ein Versprechen, das sich ausnahmsweise einmal einlösen lässt. Das Schicksal ist uns etwas schuldig, aber es ist auch launisch, fast so launisch wie das Glück. Doch ich habe ein gutes Gefühl. Und ein gutes Gefühl ist alles, worauf es ankommt.

* * *

Wir danken allen, die uns unterstützt haben – in Berlin, in Ecuador und in den Vereinigten Staaten. Wir danken den Familien, den Freunden, den Kollegen und den Bekannten für tatkräftige Hilfe und Zuspruch. Manchmal, wenn man glaubt, dass sich die Welt gegen einen verschworen hat, gibt einem der Gedanke Halt, dass da Menschen sind, auf die man zählen kann. Ohne euch hätten wir es nicht geschafft – Danke.

Selbstverständlich werde ich weiterhin für Anregungen, Fragen, Auskünfte aber auch für Kritik zur Verfügung stehen, denn das Thema Ecuador wird mich auch in Zukunft umtreiben, wahrscheinlich für den Rest meines Lebens. Viele Informationen bietet der Blog, wer aber eine persönliche Auskunft haben möchte, kann mich gern kontaktieren. Ich freue mich über jede Nachricht.

Allen, die meinen Blog gelesen haben und in Zukunft lesen werden, wünsche ich Gesundheit, Glück und ein erfülltes Leben. …und bleibt neugierig!

Weltraumhunde

Der Bericht über unser ecuadorianisches Abenteuer wäre nicht vollständig, wenn ich nicht auch ein paar Worte über Titan, den vierbeinigen Immigranten im Flokati, verlieren wollte. Dem Wunsch einer aufmerksamen Leserin nachzukommen, sehe ich deshalb kaum als Pflicht an, um so mehr aber als Vergnügen. Wie immer verlangt der Text Sitzfleisch, denn schon ein paar karge Zeilen in einem Notizbuch öffnen Schleusen, durch die eine Flut aus Erinnerungen über den Verfasser hereinbricht. Zumindest hoffe ich, dass der vergnügliche Teil bei der langen Lektüre nicht zu kurz kommt.

Der Hund fliegt zuerst. Wie die berühmten Weltraumhunde, die selbstlosen Kundschafter, die das Feld für den Entdeckerruhm des Menschen bereiten, darf Titan vor uns die Reise antreten. Gern hätten wir unseren vierbeinigen Hausgenossen mit nach Florida genommen, der letzten Station unserer amerikanischen Odyssee, doch der bürokratische Aufwand würde sich dadurch nur in einem Ausmaß vergrößert haben, das man getrost als Wahnsinn bezeichnen kann.

Obwohl es sich nur um einen kleinen Hund handelt, nicht um einen kosmischen Botschafter, sind die Kosten nicht von dieser Welt: Ausgezahlt in Spanischen Silberdollars, hätte die Summe ausgereicht, den Titel eines Granden zu erwerben sowie das dazugehörige Schloss und die Ländereien oder Kolumbus nach China zu schicken (und derart komfortabel ausgestattet, wäre er dort wahrscheinlich sogar angekommen). Der Hund reist mit unseren Gästen nach Berlin. Schweren Herzens überlassen wir ihn der Obhut des Flugpersonals.

Alles muss seine Ordnung haben. Der Entschluss, einen Hund nach Deutschland einzuführen, will reiflich überlegt sein, denn es ist keineswegs damit getan, ihn bei der Fluggesellschaft anzumelden. Der deutsche Amtsschimmel lauert bereits mit hinterhältigen Fußangeln und bevor man dem Airline-Mitarbeiter die Transportkiste mit dem geliebten Tier aushändigen darf, gilt es, so manche Hürde im bürokratischen Parkour zu nehmen. Ganz auf sich allein gestellt, sähe man sich außerstande, dieses Bravourstück zu Wege zu bringen. Doch es gibt Hilfe: Tierärzte haben sich auf solche verzweifelten Fälle spezialisiert. Für die Dienstleistung wird natürlich Geld verlangt, aber man gibt dieses Geld gern aus, denn man ist froh, der Gefahr entronnen zu sein, zwischen den Fußnoten der Amtsformulare allmählich den Verstand zu verlieren.

Damit die deutsche Hundepopulation nicht durch eingeschleppte Seuchen dahingerafft wird, muss vor der Einreise der Nachweis erbracht werden, dass der vierbeinige Immigrant gesund ist. Von unserem Tierarzt haben wir den Namen einer Veterinärin in Erfahrung gebracht, die sich auf die Ausfuhr von Hunden spezialisiert hat. Leider befindet sich ihre Praxis auf dem Dorf. Der Ort, dessen Name mir wieder entfiel, sobald ich ihn gehört hatte, versteckt sich in einem grauen Google-Maps-Niemandsland und auch unser Navi ist im Labyrinth der drei Dorfstraßen überfordert. Wir finden die Praxis dennoch und als wir die ländliche Gegend sehen, wird uns klar, warum man als Tierarzt ausgerechnet hier residieren möchte: Hier lebt die Kundschaft. Als kosmetischer Chirurg mit Ambitionen würde man sicher auch lieber eine Klinik am Kudamm unterhalten statt in der brandenburgischen Pampa.

Dem Hund wird Blut abgezapft, doch an den zappelnden Beinchen, die zudem noch von einem dichten Pelz bedeckt sind, lassen sich Adern gar nicht so leicht aufspüren. Es bedarf mehrerer Versuche, bis endlich ein paar Tropfen das Reagenzglas füllen. Titan weint wie ein kleines Kind und es bricht einem das Herz, ihn leiden zu sehen. Doch es ist schnell vorbei – anders als die Leiden, die nun folgen sollen.

Die Blutprobe muss in einem Labor analysiert werden. Aber in einer so wichtigen Angelegenheit wie dem Wohlergehen einer ganzen Nation möchte man natürlich absolute Gewissheit. Die Untersuchung darf daher nur in solchen Einrichtungen vorgenommen werden, die offizielle deutsche Stellen ihres uneingeschränkten Vertrauens für würdig erachten. Sämtliche Labore in Lateinamerika fallen da natürlich aus – angesichts der bedenklichen Mengen Coca, Salsa und Lustig-Tralala eigentlich kein Wunder. Die Blutprobe muss weit reisen, sehr weit, bis ins ferne Kansas in den USA.

Allein die Blutuntersuchung kostet achthundert Dollar. Einen Transportbehälter braucht der Hund natürlich auch, denn einen Platz in der Economy-Class wird man ihm wohl kaum anbieten. Titan ist zwar klein, doch die Box, die uns die Angestellte des Petshops empfiehlt, hat die Ausmaße eines Kühlschranks und der Hund nötigt uns, sie zu kaufen. Während uns die Frau mit den technischen Raffinessen des Transportbehälters langweilt, nutzt der Hund die Gelegenheit, überall im Laden seine Marken zu hinterlassen. Der Gedanke, dass er in seiner Einzelkabine mit Sicherheit bequemer reist als die menschlichen Ölsardinen, die man portionsweise in die Holzklasse pfercht, tröstet uns ein wenig über den Preis hinweg. Wahrscheinlich hat es keinen Sinn, dem Hund die zweihundert Dollar in Rechnung zu stellen: Er macht sich nicht viel aus Geld und aus Reisen schon gar nicht.

Apropos Rechnung: Unsere Bilanz hat mittlerweile Schlagseite wie ein sinkendes Schiff. Ausgaben für diverse Zertifikate kommen hinzu und natürlich auch noch ein Flugticket. Wenn man bedenkt, dass die Reise über Kontinente und Ozeane führt, ist es mit zweihundert Dollar fast schon wieder preiswert. Alles in allem belaufen sich die Aufwendungen für den Hund auf gut tausendzweihundert Dollar (und dabei sind die Leckerlis noch gar nicht mit eingerechnet). Liebe ist zwar selbstlos, aber selten kostenlos und sinnlos ist es, darüber zu jammern: Wir hätten es ja doch nicht übers Herz gebracht, den Hund zurückzulassen. Titan gehört zur Familie und Familienangehörige lässt man nun einmal nicht im Stich. Gesetzt den Fall, das Schicksal verlangte, dass einer zurückbliebe – in Augenblicken des Zorns würde ich vielleicht darüber nachdenken, ob es ausgerechnet der Hund sein muss …