Stadt ohne Menschen

Ein letztes Mal müssen wir Canoa besuchen. Wir müssen, denn ohne diesen letzten Gruß erschiene unser Fortgang wie eine Flucht ohne ein Lebewohl und wie ein Abschied ohne das Versprechen einer Wiederkehr. Wir möchten noch einmal in dem einzigartigen Flair der Strandkommune schwelgen, noch einmal die Erinnerung an unsere zahlreichen Besuche im „Bambú“ mit einem opulenten Mahl feiern, noch einmal den Atem des Meeres fühlen, noch ein letztes Mal die Kraft der tropischen Sonne spüren, damit wir davon zehren können im kalten, dunklen Winter.

Nichts von alledem sollte geschehen. Seit dem Beben ist dieser Ort, wie so viele Orte an der Küste, nicht mehr der alte. Die Fröhlichkeit, die Unbeschwertheit, die sorglose Ausgelassenheit von früher sind dahin. Nichts von dem, was das alte Canoa ausmachte, scheint noch vorhanden. Die Stadt ist in einem so trostlosen Zustand, dass man weinen möchte: Alle Restaurants, alle Surf- und Yogaschulen, alle Hotels und Pensionen, alle Bars und Clubs sind geschlossen. Zu diesem Trauergemälde passt, dass an diesem Tag die Wolken grau und schwer über dem Meer liegen. Das aschbleiche Licht lässt die Farben verblassen, als sauge ein kummervoller Himmel der Welt unter ihm das Leben aus.

Auf den Straßen, die sich doch um diese Zeit (gerade sind Ferien) für gewöhnlich mit Sonnenanbetern, Vergnügungs- wie Erholungssuchenden gleichermaßen bevölkern, treffen wir kaum auch nur einen einzigen Menschen an. Canoa wirkt, als hätten seine Bewohner die Stadt in einem kollektiven Exodus verlassen. Und die, die dageblieben sind – wir treffen nur wenige an –, scheinen irgendwie traumatisiert.

Die fröhlichen Gesichter sind verschwunden. Alles ist leer und verlassen, Canoa ist vereinsamt wie eine Goldgräberstadt, nachdem das letzte Nugget aus dem Sand gewaschen wurde. Die Türen sind verrammelt, die Fensterläden geschlossen, am Straßenrand steht nicht ein einziges Auto. Selbst der herrliche Strand wirkt an diesem Tag so verwaist wie die Küste eines unberührten Eilands. Eine merkwürdige Stille liegt über diesem Ort, der doch nie Stille kennengelernt hat, und außer der Meeresbrandung hört man nichts. Wir scheinen die einzigen Lebewesen zu sein, die sich an diesem Tag hierher verirrt haben.

Unser erster Weg führt zum „Bambú“. Der Gästeraum ist leer und dunkel und vor dem Restaurant steht nicht ein einziger Wagen. An einem normalen Tag könnte man die Autos stapeln, aber heute sind die Straßen leer, als hätte man ein landesweites Fahrverbot verfügt. Uns beginnt zu dämmern, dass wir hier wohl nicht essen würden. Erst jetzt bemerken wir, dass die Küche geschlossen ist. Zwei Mitarbeiter sind offenbar mit Umbauarbeiten beschäftigt. Ansonsten sehen wir niemanden.

Wir fragen die Leute, ob das Lokal heute öffne, aber sie sehen uns so verständnislos an, als wären wir die einzigen, die noch nicht davon gehört haben: Das „Bambú“ öffne erst wieder am Ende des Jahres – vielleicht, so setzt man zögernd hinzu. Man hoffe, dass sich bis dahin wieder Gäste einstellen werden. Wir versichern der Crew, mit uns könnte man fest rechnen. Wir seien gewissermaßen Stammgäste, denn wann immer wir uns in Canoa aufhielten, besuchten wir selbstverständlich das „Bambú“. Wir wünschen den Leuten viel Glück – viel mehr können wir nicht für sie tun. Ich habe den Eindruck, Glück hätten sie viel nötiger als wir.

Was ein Spaziergang durch Canoa werden sollte, gleicht mehr einer Wanderung durch einen Ort, den das Glück verlassen hat. Die Stadt wirkt entvölkert – man hat den Eindruck, ihre Bewohner wären vor einem apokalyptischen Ereignis geflohen. Ich komme mir vor wie ein Katastrophentourist. Tatsächlich finden wir ein Restaurant, das geöffnet hat – es scheint das einzige in ganz Canoa zu sein. Da auch wir die einzigen Besucher in der Stadt sind, sitzen wir recht einsam im Gästeraum. Die Besitzerin jedenfalls scheint sich auch gehörig darüber zu wundern, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die es in die Stadt zieht. Warum sie das Lokal überhaupt öffnete, da doch niemand hier ist, muss allerdings ein Rätsel bleiben.

Wir haben kein gutes Gefühl angesichts der Aussicht, inmitten all des Elends fröhlich zu speisen. Noch bevor wir die Bestellung aufgeben, suchen wir das Weite. Unser Auszug wirkt wie eine Flucht und das ist er in der Tat. Das Herz Canoas hat aufgehört zu schlagen und es bleibt abzuwarten, ob der Patient reanimiert werden kann. Es wäre nicht richtig gewesen, eine schöne Vergangenheit zu simulieren, wo doch die Gegenwart in Scherben liegt. Wir werden wiederkommen, ein Andermal, aber wir werden wiederkommen. Wir haben so viele schöne Stunden in Canoa verlebt, dass es uns fast wie ein Verrat vorgekommen wäre, die Stadt jetzt im Stich zu lassen. Doch alles, was wir ihr im Augenblick geben können, ist unser Mitgefühl.

Die Orte meiner Erinnerung

Alles ist noch viel schlimmer als zunächst angenommen. Man hätte sich damit abfinden können, dass Häuser eingestürzt und Straßen zerstört sind, aber wir hören hier in Quito von immer neuen Opferzahlen und von schrecklichen Tragödien, die einem das Herz zerreißen und die einen am Ende einfach nur sprachlos zurücklassen. Aber was könnten Worte auch ausrichten angesichts all des Schrecklichen? Es ist nur schwer erträglich, das Leiden und Sterben der Menschen mit ansehen zu müssen und nichts dagegen tun zu können. Doch Quito ist weit entfernt vom Ort der Katastrophe und das Leben hier geht seinen gewohnten Gang, nicht anders als in einer Stadt jenseits des Ozeans, zehntausend Kilometer entfernt.

Da man die Toten noch nicht aus den Trümmern hat bergen können, denn noch immer fehlt es vielerorts an schwerem Räumgerät, liegt mittlerweile der Geruch von Tod und Verwesung über den zerstörten Städten. Wer mit dem Leben davongekommen ist, muss jetzt ums Überleben kämpfen. Vielerorts gibt es auch Tage nach der Katastrophe kein Wasser, keine Nahrung und keine Hilfe für die Eingeschlossenen. Die Menschen sind auf sich selbst gestellt. Doch sie kämpfen nicht nur gegen die Unbilden der Natur, zu allem Unglück sehen sie sich fortwährend den Angriffen von Kriminellen ausgesetzt. Man hört immer wieder von Überfällen und es muss als wahrscheinlich gelten, dass gerade jetzt, da das Erdbeben nicht nur Häuser ins Wanken gebracht hat, sondern auch die öffentliche Ordnung, viele Verbrechen verübt werden, von denen man vielleicht nie erfahren wird.

Ich habe gehört, dass das „Bambú“ zerstört wurde. Gewissheit habe ich jedoch nicht, denn es fehlen noch immer verlässliche Nachrichten. Einige Anhaltspunkte geben Bilder, die jüngst über Facebook veröffentlicht wurden. Auf ihnen sieht man dort, wo das „Bambú“ einst stand, nur noch ein Trümmerfeld. Das „Bambú“ ist einer der magischen Orte auf der Landkarte meiner Erinnerung. Wir haben viele schöne Stunden dort verbracht und als ich hörte, dass es nun fort sein soll, fühlte es sich so an, als hätte man mir meine Erinnerungen gestohlen.

Es tut weh, Orte, die einem etwas bedeuten, einfach verschwinden zu sehen. Man empfindet es als unfair und ungerecht und wenn man nur lange genug darüber nachdenkt, geben Betroffenheit und Trauer manchmal sogar dem Zorn nach. Aber wann hätte Zorn Dinge je wieder in Ordnung gebracht? Und wann hätte die Welt sich um Gerechtigkeit geschert? Welche Gerechtigkeit wird denen zuteil, die alles verloren haben? Und ist es etwa gerecht, dass so viele Menschen sterben mussten?

Man kann sich keine Vorstellungen von den Zerstörungen machen, die Canoa und auch die anderen Städte an der Küste heimgesucht haben. Canoa war immer ein fröhlicher Ort mit einem gewissen Laissez faire. In Canoa konnte man entspannt seinen Beschäftigungen nachgehen und niemand neidete einem sein Glück. Es fällt schwer zu glauben, dass das Glück diesen Ort für immer verlassen haben soll. Viele Urlauber sind unter den Opfern. Sie wollten nur ein paar schöne Ferientage in der Stadt und an den Stränden verbringen. Als das Beben kam, wurden nicht wenige unter den Trümmern ihrer Hotels, der Pensionen oder Restaurants, in denen sich sich gerade aufhielten, begraben.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das alles betroffen macht. Ich liebe die Costa und Manabí. Ich glaube, es täte mir unendlich weh, sehen zu müssen, dass vieles davon einfach ausgelöscht wurde als hätte es nie existiert. Niemand weiß, wie es weitergehen wird. Man kann so wenig tun. Die betroffenen Regionen werden wahrscheinlich noch während der nächsten Wochen und Monate mit den unmittelbaren Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben und es ist nicht abzusehen, wann die Menschen an der Küste wieder zu einem „geregelten“ Alltag zurückfinden werden. Alle Schäden zu beseitigen, wird aber gewiss noch Jahre dauern. Die Verheerungen sind zu schwer, als dass man eine schnelle Verbesserung der Situation erwarten könnte.

Ich hoffe das Beste. Ich hoffe, dass die Menschen nicht den Mut verlieren, und ich vertraue fest darauf, dass im Angesicht der Not die Menschlichkeit und das Mitleid der Vielen die Oberhand über die Gemeinheit und Habgier der Wenigen behalten werden.

Canoa

Heute sind wir nach Canoa gefahren. Canoa ist berühmt für seine schönen Strände und für seinen entspannten Lebensstil – alles Merkmale, die den Reisenden mit einem Faible für das Exotische magisch anziehen. Der Ort selbst wirkt wie eine Hippiekommune aus den Siebzigern: Es gibt Surf- und Yogaschulen, die Straßen sind nicht gepflastert, viele Häuser sind aus Holz gezimmert und die windschiefen Behausungen verströmen einen unverkennbaren Heimwerkercharme.

Von Bahía aus gelangt man mit dem Auto in etwa dreißig Minuten nach Canoa. Die Straße führt direkt an der Küste entlang nach Norden; auf der Brücke überquert man die Bucht und gelangt zur anderen Seite, auf der schon San Vicente liegt. Dort hat sich in den letzten Jahren viel getan: Die Straßen sind gepflastert und es sieht so sauber und aufgeräumt aus wie nie zuvor. Eben ist man dabei, den großen Platz im Zentrum des Ortes mit verschiedenfarbigen Pflastersteinen auszulegen.

Da es schon spät ist und wir nicht von der Dunkelheit überrascht werden wollen, nehmen wir nicht den Bus sondern ein Taxi. Die Fahrt kostet acht Dollar, aber dafür halten wir auch nirgendwo an, was bei Busfahrten durchaus üblich ist. Der Fahrer gibt Gas, als gelte es, den Streckenrekord zu brechen. Wir fürchten schon, dass wir gar nicht ankommen, sondern irgendwo jenseits der Leitplanken enden, welche die nagelneue Autopista säumen. Doch dann gelangen wir doch noch wohlbehalten nach Canoa. Der Fahrer hat Schwierigkeiten, sich zu orientieren, weil es keine Straßennamen oder Hausnummern gibt, aber schließlich bringt er uns sicher ans Ziel: vor uns taucht das „Bambú“ auf.

Das Bambú ist ein Hotel mit einem angegliederten Restaurant. Wie der Name schon vermuten lässt, sind die meisten Häuser der Anlage und auch viele der Möbel aus Bambus gefertigt. Ein Holländer, der vor mehr als zwei Jahrzehnten nach Ecuador kam, hat die Anlage praktisch aus dem Nichts aus dem Boden gestampft. In der Lobby des Hotels gibt es Fotos aus der Anfangszeit – damals gab es praktisch nur den Strand und Busch. Der Ort Canoa, wo sich heute einheimische Lebenskünstler und Weltenbummler treffen, war bloß ein kleines Fischerdorf. Es gab keine Surf- und Yogaschulen und nicht mal ein Restaurant. Über die Jahre hat der Besitzer die Anlage immer mehr erweitert, so dass jetzt neben dem eigentlichen Hotel mehrere niedliche Bungalows für den zahlungswilligen Gast bereitstehen. Dazwischen breitet sich ein größeres Areal aus, in dem der Hotelchef seine ganz persönliche Version vom Paradies realisiert hat: Unter Palmen schwingen Hängematten, die zum Ausruhen einladen. Die Vegetation ist tropisch üppig und das Ambiente erinnert an ein exklusives Resort. Das Hotel hat eine Veranda, von der aus man in einen schönen Garten blickt. Alles ist frei zugänglich, jeder kann kommen und die angenehme Atmosphäre genießen. Nirgendwo gibt es Absperrungen, was in einem Land wie Ecuador sehr verwundert. Oft sieht man den Besitzer irgendwo zwischen den Gästen liegen und ausruhen, als wäre er selbst nur ein Gast.

Meine Frau, die Neugierde in Person, sprach ihn an und verwickelte ihn schließlich in ein Gespräch. Sie wollte unbedingt mehr erfahren. Aber was soll man denn von einem Menschen, der alles hat, wissen wollen – ja, das ist sein persönliches Paradies; nein, er möchte nie wieder nach Holland zurück. Ich gönne ihm sein Glück und bin zugleich ein wenig neidisch.

Das Hotel beherbergt ein Restaurant gleichen Namens. Noch vor drei Jahren standen Tische und Stühle auf Sand, so dass man stets den Eindruck hatte, man befände sich in einer Strandbar. Man konnte die Füße im Sand vergraben und bei gutem Essen und ein paar Drinks wunderbar chillen. Inzwischen hat der Besitzer den Boden mit Steinplatten auslegen lassen. Alles wirkt nun etwas gediegener, seriöser, aber auch etwas konventioneller; der ursprüngliche Charme ist dadurch ein wenig gewichen, was dem Vergnügen aber keinen Abbruch tut, zumal der Gästeraum nach wie vor von einer Konstruktion aus Bambus und Palmstroh überspannt wird, wodurch er sehr anheimelnd wirkt und geradezu zum längeren Verweilen einlädt.

Das Bambú serviert seinen Gästen eine Reihe ausgezeichneter Gerichte. Sehr zu empfehlen sind die Shakes; die Shrimps in Erdnuss-Soße fand ich immer richtig lecker. Eigentlich bestelle ich sie jedes Mal, aber diesmal machten mir die Eingeweide einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich ist alles ziemlich gut. Was auch immer wir in der Vergangenheit bestellen, war immer von sehr guter Qualität und schmeckte hervorragend. Ein Ausflug nach Canoa lohnt sich auf jeden Fall – wegen der herrlichen Strände und wegen des guten Essens, das man im Bambú genießen kann.

Das Bambú ist übrigens bei Ausländern und Ecuadorianern gleichermaßen beliebt. Wer es sich leisten kann, kommt eigens von Bahía hierher, um im Hotelrestaurant zu essen und den schönen Strand zu genießen. Im Restaurant und an der Bar trafen wir dann auch die halbe Schickeria von Bahía, einschließlich Leo Viteris, eines Kanditaten für den örtlichen Wahlkreis. Meine Frau kennt ihn von früher und ich habe 1992 notgedrungen mit ihm Bekanntschaft machen dürfen, als er mich in seiner Klinik behandelte. Er schüttelte uns die Hand, als werbe er um unsere Stimmen. Wahrscheinlich befand er sich auf Wahlkampftour, jedenfalls begegnete uns sein Konterfei auf dem Weg nach Canoa an jeder Straßenecke. Während meine Frau allem und jedem ihre Aufwartung machte und sich mit größtem Eifer stundenlangem Geplauder hingab, gingen mein Sohn und ich an den Strand.

Das Meer war herrlich! Der Himmel war an diesem Tag zwar von einer dicken grauen Wolkenschicht überzogen und hin und wieder tröpfelte es ein wenig, aber es war warm wie in einer Waschküche und ein beständiger Wind sorgte dafür, dass unaufhörlich hohe Wellen gegen die Küste rollten. Es ist schön, sich in die Wellen zu werfen und seine Kräfte mit dem Ozean zu messen. Zwar verliert man immer, aber selten macht ein Kampf so großen Spaß. Als wir genug hatten und ermattet aus dem Wasser stiegen, schwebte ein Motor-Paraglider gemächlich über den Strand. In der straffen Brise, die vom Meer her wehte, konnte man den Motor kaum hören.

Auf der Rückfahrt nach Bahía hatten wir Gelegenheit, in Augenschein zu nehmen, was sich seit unserem letzten Besuch vor drei Jahren verändert hat. Damals gab es auf der Strecke zwischen Bahía und Canoa noch jede Menge freies Land entlang der Pazifikküste. Mittlerweile ist vieles davon verkauft und die neuen Besitzer haben augenblicklich damit begonnen, Mauern um ihren soeben erworbenen Besitz zu ziehen. Man sieht schicke neue Einfamilienhäuser mit Satellitenschüsseln auf den Dächern. Wir fragen den Taxifahrer, wem das alles gehöre. Ausländer seien die neuen Eigentümer, meint er, Gringos zumeist, also Amerikaner, die sich hier häuslich eingerichtet hätten. Ein Stück weiter, auf einem malerischen Hügel mit Blick über den Pazifik soll eine geschlossene Siedlung für amerikanische Pensionäre entstehen. Weitere solcher Retortenstädte sind bereits geplant.

Zwar gibt es immer noch Land zu kaufen, aber die Filetstücke sind vergeben. Was noch zu haben ist, liegt meist ziemlich niedrig über dem Meer und würde von der ersten Flutwelle überspült werden. Das ist vielleicht der Grund, warum sich die Käufer zurückhalten. Manchmal führt die Autopista weniger als hundert Meter vom Strand entfernt an der Küste entlang. Dazwischen, eingezwängt zwischen Straße und Meer, gibt es noch Parzellen, die zum Verkauf stehen, aber ich frage mich, wer denn schon gern die Fernverkehrsstraße direkt in seinem Rücken haben möchte. An einigen wenigen Stellen fallen schöne Fleckchen Land ins Auge, die noch nicht vergeben zu sein scheinen, denn sie sind unbebaut: kleine Wäldchen wachsen darauf, durch die hindurch man direkt zum Strand laufen könnte. Ich fürchte, schon bald werden auch diese letzten Stücke Land an wohlhabende Ausländer verkauft sein. Die Einheimischen erzählen sich, die Gringos hätten rund um ihr neues Heim alles verfügbare Land aufgekauft und dann Mauern direkt bis zum Strand errichtet. Zwischen ihren Mauern haben sie nun ihren Privatstrand. Einheimische dürfen ihn nicht betreten. Bin ich der einzige, der das Verhalten dieser Leute abstoßend findet?