Im Urlaub

Ich konnte nun schon eine Weile keine Posts mehr veröffentlichen. Ich war im Urlaub – gewissermaßen, denn wie man weiß, ist Urlaub die Zeit, in der die Routine des Alltags von einer hektischen Abfolge langfristig geplanter Unternehmungen abgelöst wird.

Im Urlaub ist man in der Regel mit Dingen beschäftigt, für die es einem sonst an Zeit fehlt. Da man sich aber doch nie ganz aus dem gewohnten Trott lösen kann und man in gewohnter Manier in der zur Verfügung stehenden knappen Zeit möglichst viel erledigen, Pardon, erleben möchte, wird die kostbare freie Zeit durch Anwendung eines raffinierten Zeitmanagements rigoros für Unternehmungen aufgewendet, die mit dem Bestimmungswort „Wahnsinn“ zu versehen, durchaus angebracht wäre. Am Ende hat man zwar viel gesehen, aber man ist auch restlos erschöpft. Man sehnt sich nach Leerlauf vor der Glotze und nach gedankenloser Zeitverschwendung unter dem Einfluss solcher suchtfördernden Entspannungsdrogen wie Vanilleeiscreme und Schokolade.

Als ein Stimulanz, das unsere Reiselust noch zusätzlich anfachte, erwies sich der Umstand, dass wir einen Gast im Haus hatten und als guter Gastgeber möchte man sich natürlich von seiner besten Seite zeigen. Man will dem Gast schließlich etwas bieten und er soll seinen Urlaub in guter Erinnerung behalten. Deshalb werden alle Reisewünsche, die man sich bisher aus Zeitgründen versagt hat und die man sich aus Gründen der Bequemlichkeit für den ultimativen Urlaub in ferner Zukunft aufgespart hat, summarisch abgearbeitet – jetzt und ein für alle Mal. Was zu einer Grand Tour de Ecuador hätte werden sollen, entwickelte sich am Ende zu einer ziemlich anstrengenden Tour de force. Damit bestätigt sich aber wieder einmal nur die alte Weisheit, gemäß der man nach dem Urlaub erst einmal Urlaub braucht, um sich vom Urlaub zu erholen.